STATT Butter: Weihnachtsplätzchen

dscf5283Weihnachtsplätzchen ohne Butter? Wir haben es ausprobiert – und zwar, indem wir die Butter durch zwei andere Zutaten ersetzt haben. Und es hat wirklich legendär geklappt. Das Ergebnis vorweg: Der Teig lässt sich einfacher kneten, wunderbar ausrollen und ausstechen. Es gibt so gut wie keinen Unterschied im Geschmack. Ach ja, und das Werkzeug lässt sich danach wesentlich einfach wieder reinigen.

Was braucht dieser Teig statt Butter?

Dieses Rezept verwendet statt Butter Öl und Apfelmus. Das ist das ganze Geheimnis. Probiert es aus, es ist wirklich so einfach. Hier ist das Rezept:

Zutaten (für etwa 50 Kekse)

250 g Mehl
130 g Apfelmus
70 g Öl
90 g Zucker
2 Tl Backpulver (gehäuft)
Vanille

Zubereitung

  1. Gib alle Zutaten in eine Schüssel.
  2. Verrühre sie zunächst locker mit einem Löffel.
  3. Wenn der Teig fester wird, dann heißt es: Kneten – solange, bis ein geschmeidiger Teig entsteht.
  4. Nun darf der Teig etwas eine Stunde lang ausruhen, am besten im Kühlschrank.
  5. Nach der Siesta knetest Du den Teigklumpen noch einmal kurz durch und rollst ihn auf einer glatten bemehlten Unterlage dünn aus – ganz wir Du das auch von den herkömmlichen Butterplätzchen gewöhnt bist. Reibe auch Deine Teigrolle mit Mehl aus und rolle von innen nach außen, dann reisst Dir der Teig nicht.
  6. Nun kannst Du den Ofen schon einmal auf 150 Grad Unter/Ober-Hitze vorheizen.
  7. Und jetzt kommt der Spaß: das Ausstechen.
  8. Platziere die Engelchen, Tannenbäume und Herzchen auf dem Blech. Lass ein wenig Abstand, die wachsen noch.
  9. Die Plätzchen dürfen nun im Ofen goldbraun backen – je nach Herd und Bräunungsgrad dauert das etwa 15 bis 20 Minuten.

 Tipps

  • Dieser Teig verhält sich genauso wie ein herkömmlicher Plätzchenteig. Er darf sich auch genauso anfühlen.
  • Das Apfelmus übernimmt zusammen mit dem Öl den Job der Butter. Das Öl gibt das Fett und das Apfelmus bindet und macht den Teig geschmeidig.
  • Beim Teignaschen schmeckt man das Apfelmus noch ein bisschen heraus. Sobald sie gebacken sind, hat bisher niemand gemerkt, dass keine Butter in diesen Butterplätzchen drin ist. Nur in der Art, wie die Plätzchen bräunen, gibt es Nuancen, da ja die Laktose fehlt. Das allerdings ist meinen kleinen Weihnachtsbäckern total schnuppe, denn die Plätzchen werden eh noch mit Zuckerguss und Firlefanz verziert.
  • Falls Du ganz großen Wert auf Butteraroma legst, kannst Du das Alba-Öl verwenden. Das ist ein Öl, das buttrig schmeckt. Wir brauchen es nicht, aber möglich ist es.
  • Eine Leserin gab mir den Tipp, eine Messerspitze Kala Namak Salz mit in den Teig zu mischen. Ich habs ausprobiert – und ich finde, sie hat recht. Auch wenn man es nicht glauben mag – das Kala Namak rundet den Geschmack ab. Aber Vorsicht – es reicht ganz wenig.
  • Wie viel Zucker Du brauchst, hängt letztendlich davon ab, wie süß Dein Apfelmus ist. Da kannst Du variieren. Ich gebe eher weniger in den Teig, da die Plätzchen ja später noch mit Zucker bekleistert werden.
  • Lass die Plätzchen nicht länger im Ofen als angegeben, denn sonst werden sie zu hart. Ein kleiner Tipp: Eine Apfelspalte in der Aufbewahrungsdose macht harte Plätzchen wieder weich.

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Vegane Plätzchen RezeptePlätzchen “ohne” – STATT Milch, Butter, Ei: Rezepte für die Weihnachtsbäckerei

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Sodele, und nun wünsche ich Dir viel Spaß beim Backen. Falls Du es ausprobierst, würde ich mich über Deine Erfahrungen freuen. Das macht die ganze Sache rund. :)

Plätzchen-Grüße

Gabriele

13 Kommentare

  1. Hallo,
    ich habe schon oft versucht, Mürbeteig mit Öl statt Butter zu machen, aber der wird entweder supersandig(da Öl ja 100% Fett ist und Butter nur knapp über 80%), oder er wird sofort brandig, wenn man etwas Flüssigkeit hinzugibt. An Ausrollen ist da überhaupt nicht zu denken…hattest Du diese Probleme nicht?

    LG
    Sarah

    • Hi Sarah,

      nein, dieses Problem hab ich bei diesem Rezept nicht.

      Aber Du hast recht – wenn man nicht das richtige Mengenverhältnis bei der Anwendung von Öl hat, dann kann es leicht klumpen.
      Das Problem liegt denke ich in der Emulsion. Öl und Wasser sind zickig miteinander und brauchen einen Vermittler (einen Emulgator). In der Butter sind sie gebunden.

      Wenn Du aber Öl mit Flüssigkeit in den Teig gibst, dann flockt das. Lässt Du die Flüssigkeit weg ist es zu trocken.

      Bei diesem Rezept gibst Du jedoch Apfelmus hinzu, der zwar Flüssigkeit in sich hat, aber diese auch wieder an sich bindet. Vielleicht liegt es daran, dass dieses Rezept funktioniert. Ich weiß es nicht…

      … bin ja wie meine Leser auch “nur” Konsumentin und keine Chemikerin. ;)

      Fakt ist, dass dieser Teig hier gar nicht trocken ist und sich geschmeidig ausrollen lässt.

      Ich würde Dir raten – probiers einfach mit einer kleinen Menge aus.

      LG Gabriele

  2. Hallo eine Frage hätte ich. wie verhält es sich mit der Haltbarkeit der Plätzchen?
    Da ich die Butter aus Kostengründen ersetzen will, ist mir vegan ziemlich egal. Mir kommt es auf den Geschmack an.
    Das letzte mal als ich Vegane Plätzchen gebacken habe, haben sie weder wie in den Kommentaren behauptet, wie normal geschmeckt und leider nach nicht mal einer Woche in der Keksdose geschimmelt.

    Was mir an dem Rezept gefällt ist, dass man keine Austauschprodukte aus dem Ausland oder teure Bioprodukte braucht.
    Wenn die Haltbarkeit aber unter normal liegt müsste ich es für eine probe kürzen und es eignet sich kaum für meine Weihnachtsbäckerei, deshalb frage ich jetzt lieber vorher.

    LG Claudia

    • Naja, wir haben die Plätzchen im November gebacken und die letzten kurz vor Silvester gefuttert. Bei uns haben sie nicht geschimmelt. Allerdings ist es schon wichtig, dass sie trocken gelagert werden, denke ich.

      Ich mag dieses Rezept und mache es immer wieder, selbst bei den Salbei-Plätzchen dieses Jahr im Herbst mit weniger Zucker hat man den Apfelmus nicht heraus geschmeckt.

      Bei der Salbeivariante weiss ich allerdings nicht wie haltbar die ist. Sie waren gleich weg.

      LG Gabriele

  3. Hallo Gabriele,
    ich habe etwas experimentiert mit dem Rezept und nehme statt dem Öl, Margarine und gebe noch eine Messerspitze Kala Namak Salz hinzu. Ohne dem Salz hatte ich das Geführ, da fehlt noch etwas..
    Das Salz gibt dem Teig den Eigeschmack und rundet ihn ab. Finde ich jedenfalls.
    LG Franziska

    • Hi Franziska, echt jetzt?
      Auf Kala Namak Salz wäre ich nienienie gekommen. :) Das habe ich immer mit Eiersatz für veganes Rührei in Verbindung gebracht.
      Das schreit definitiv nach einer schnellen Runde Ausprobieren. Wie cool ist das denn?

      Vielen Dank für Dein Feedback.

      LG Gabriele

  4. Das hört sich wirklich toll an und Weihnachtsplätzchen ohne Butter, habe ich noch nie ausprobiert. Das wird aber schon bald nachgeholt. Ich bin sehr gespannt darauf, was mich da geschmacklich erwartet.

    • Hallo Katja,

      es gibt wirklich kaum einen Unterschied zu den Butterplätzchen wie wir sie alle von Kindheit an kennen. Gestern kam ein Freund vorbei, der mir schon oft in aller Freundschaft gesagt hat: “Ne, Gabi, echt. Das schmeckt man aber deutlich heraus.” Dieses Mal… tja, was soll ich sagen. Er hat es nicht gemerkt. ;)

      Viel Spaß beim Ausprobieren und Vernaschen. :)

      LG Gabriele

      • Wenn sie frisch sind, haben sie aber eine sehr andere Konsistenz, dadurch merkt man das es kein klassisches Rezept ist.

        Wir haben letzte Woche dieses Rezept ausprobiert. Vorteil das Rezept ist preisgünstig und nach einmal naschen wollte keiner mehr den Teig weiter probieren, weil er “komisch” schmeckt. Das Ausrollen war auch leichter als normaler teig, er hatte eine leicht gummiartige Konsistenz und er riss nie ein. Ausstechen war dadurch auch sehr leicht.
        Nachteil: nach dem backen hatte er eine Kuchen-gummiartige Konsistenz, Kekse bzw Plätzchen sind da anders. Und den Apfel schmeckte man noch sehr stark raus. Allerdings haben wir sie weder mit Zucker noch mit Schokolade eingekleistert, sondern nur als Kekse verwendet.

        Normale Mürbeteigplätzchen haben wir am Selben Tag gebacken. Die sind auch seit gestern alle, während von den Apfelplätzchen noch eine ganze Keksdose voll ist. Von beiden waren gleich viele da, allerdings hat die Konsistenz insbesondere mich sehr gestört.

        Nach einigen Tagen wurde die Konsistenz Keksiger, aber den Apfel finde ich schmeckt man durch. Habe die Kekse an unwissende getestet.
        Ergebnis: Schöner Keks mit so einer netten fruchtigen Note.
        Fazit: ohne Zuckerguss oder ähnliches schmeckt der Apfel durch, aber wer Apfel mag findet das sogar sehr toll.

        Ich kann mir gut vorstellen dass wenn man mit Zimt beigeht, dieses klassische Apfelzimt Ergebnis hat, der ja wunderbar passt in der Weihnachtszeit.
        Wie das mit dem Schwefeleisensalz schmeckt, habe ich noch nicht probiert, aber wenn ich es im Laden mal sehe, werde ich es mal ausprobieren. Vielleicht macht das einen großen Unterschied und sie schmecken dann wirklich keksiger.

        Für die Weihnachtsfeier werde ich sie auf jeden Fall nochmal backen bin gespannt wie die dort ankommen werden.

        • Hi Claudia,
          vielen Dank für Dein ausführliches Feedback. :)
          Spannend, wie unterschiedlich die Empfindungen sind, nicht?
          Welchen Apfelmus hast Du verwendet?
          Kann es sein, dass die Plätzchenvielleicht noch ein oder zwei Minuten im Ofen gebraucht hätten, damit sie keksig werden?

          Auf jeden Fall freut es mich, dass das Rezept auf seine Weise für Dich zu funktionieren scheint.

          Wir fangen erst Mitte November mit dem Backen an.
          LG Gabriele

          • Hallo,
            weiß nicht ob zu kurz, sie waren schon sehr gut gebräunt deshalb hatte ich sie nicht länger drin behalten wollen.
            Das ganz günstige Apfelmus aus dem Tetrapack, das gibt es bei uns immer zu Kartoffelpuffer oder Eierkuchen.
            Da würde es sich anbieten den Restklecks zu verbacken. Beim nächsten Mal probiere ich es mit den zwei kleinen Änderungen, mal sehen wie es dann ist.

            Mit freundlichen Grüßen
            Claudia

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