15 geniale Zutaten, mit denen Du Eier ersetzen kannst

Keine Eier zu Hause? Allergisch auf Eiweiß? Macht nix, man kann sie nämlich ganz leicht ersetzen – sowohl beim Kochen als auch beim Backen. Wie? In diesem Artikel stelle ich Dir einige der vielfältigen Alternativen vor.

Als ich anfing diesen Artikel zu schreiben, dachte ich, ich wüsste eh schon alles zu Ei-Alternativen. Schließlich beschäftige ich mich seit Jahren damit, experimentiere und probiere aus. Tja, weit gefehlt. Ich hab bei der Recherche Bauklötze gestaunt. Es gibt weit mehr Alternativen, als ich dachte.

Eier ersetzen 15 ZutatenHey, wir brauchen eigentlich gar keine Eier. Man kann alles auch ohne sie zubereiten. In vielen Fällen kann man sie  einfach weglassen oder ersetzen. Viele Ersatz-Zutaten funktionieren sogar noch besser als Eier! Und oft sind Konsistenz und Geschmack so authentisch, dass man es nicht merkt, wenn man es nicht weiß. Die meisten Alternativen sind natürliche Produkte, die Du ganz leicht bevorraten kannst.

Ohne Eier kochen oder backen – aber wie?

Um Eier zu ersetzen, überlege Dir zunächst, welche Funktion das Ei in deinem Rezept übernehmen soll. Soll es binden wie bei Grießnockerln? Oder soll es als Triebmittel fungieren, den Kuchen also fluffig machen? Soll es Feuchtigkeit liefern? Oder ist es gar der Hauptbestandteil der Speise wie bei Rührei oder Eiersalat? Oder möchtest Du “Ei”-Schnee?

Des Weiteren macht es Sinn, dass Du Dir Gedanken machst, welchen Geschmack Du erreichen willst. Willst du ein süßes oder ein deftiges Gericht zubereiten? Von der Antwort hängt ab, welche Variante Du wählst. Einige Ei-Fake-Zutaten haben einen Eigengeschmack. Das kann störend wirken aber dem Rezept auch das ganz besondere Etwas geben, wenn Du diese Eigenschaft geschickt für Dich nutzt. Du kannst die Zutaten auch untereinander austauschen, die Vorschläge hier sind nicht unumstößlich. Probier einfach aus, was Dir schmeckt, und wie es für Dich funktioniert. Im Folgenden möchte ich Dir einige der vielen Möglichkeiten vorstellen, die Eier ersetzen.

15 Alternativen, die mindestens genauso gut funktionieren wie Eier

Statt eines Eis kannst Du auch folgende Zutaten verwenden. Die Mengenangaben habe ich in Esslöffeln angegeben. Dabei entspricht ein Esslöffel etwa 15 Gramm.

Apfelmus STATT Ei3 bis 4 Esslöffel Apfelmus

Apfelmus eignet sich vor allem für Apfelkuchen – eh klar. Er bleibt insgesamt recht neutral im Geschmack, wenn er statt Ei in den Teig gegeben wird, weshalb er sich im Prinzip für jeden Kuchen eignet. Auch das Mus anderer Früchte eignet sich als Ei-Ersatz, ebenso wie Kürbismus. Einige davon haben allerdings einen Eigengeschmack, also Vorsicht.

1/2 Banane, zerdrückt

Banane zum Beispiel funktioniert super, hat aber ebenfalls einen Eigengeschmack. Also am besten nur verwenden, wenn sie geschmacklich passt, zum Beispiel in Bananen-Schoko-Muffins.

3 EL Seidentofu

Wenn man Seidentofu* mit den flüssigen Zutaten des Rezeptes vermischt, dann ersetzt er ein schaumig geschlagenes Ei. Er macht den Teig fluffiger und hat keinen Eigengeschmack. Achtung: Wenn Du Soja meiden willst, ist diese Alternative nichts für Dich.

3 EL Nussmus oder Mandelmus

Das ist ebenfalls eine Zutat, die bindet. Das eignet sich gut für Kuchen oder Bratlinge aller Art. Je nachdem, welches Nussmus* Du verwendest, darfst Du den Eigengeschmack berücksichtigen. Erdnussmus* beispielsweise schmeckt man heraus, Mandelmus* weniger. Wer mal einen Nussbraten ausprobieren möchte, für den ist Nussmus genau der richtige Ei-Ersatz.

Helle und dunkle Chiasamen als Ei Ersatz

1 EL Chiasamen mit 3 EL Wasser gemixt

Chiasamen* glibbern. Und sie binden Brotteige wunderbar. Außerdem sind sie gesund und  sie haben so gut wie keinen Eigengeschmack. Chia ist immer eine gute Wahl. :)

1 EL Leinsaat mit 3 EL Wasser

Viele nehmen Leinsaat, um ihrem Darm etwas Gutes zu tun und die Verdauung anzuregen. Sie streuen es über Müslis, in den Joghurt oder in den Saft. Leinsaat ist aber auch ein guter ein Ei-Ersatz und das ist noch nicht sehr bekannt. Du machst dir dabei die Eigenschaft der Leinsamen zunutze, dass sie glibberig werden, wenn sie mit Wasser in Berührung kommen. Wenn Du ganze Samen* nimmst, dann mixe sie, damit du eine homogene Masse bekommst. Diesen Arbeitsschritt kannst du dir dann sparen, wenn Du bereits gemahlenes Leinschrot* kaufst. Leinsaat hat einen leicht nussigen Eigengeschmack, bitte berücksichtigen.

Kokosmilch

Kokosmilch * hat mich erstaunt und ich hab es auch noch nicht ausprobiert. Die Kokosmilch ist dann geeignet, wenn das Ei dem Rezept Feuchtigkeit geben soll. Dennoch wollte ich es hier nicht auslassen, damit Du selbst ausprobieren kannst.

1 bis 2 TL Backpulver mit 2 bis 4 TL Wasser und 1 bis 2 TL Öl

Die Dosierung kommt auf den Teig an. In dieser Kombination macht das Backpulver den Teig fluffig, locker und bindet nur bedingt.

Kala Namak

Wenn Du etwas zubereiten willst, das nach Ei schmeckt, dann kannst du Kala Namak* verwenden. Dieses Schwarzsalz schmeckt tatsächlich nach Eiern. Ich liebe Avocadobrot mit Kala Namak. Der Geschmack ist verblüffend ähnlich dem von Eierbrot.

Tofu

Auch Rührei kann man vollkommen ohne Ei zubereiten. Dazu benötigt man unter anderem festen Tofu* und Kala Namak*.

 

Bohnenwasser lässt sich zu Schnee schlagen STATT EierBohnenwasser

Wenn Du nur das Eiweiß ersetzen willst, dann kommt hier einer meiner Favoriten. Bohnen- oder Kichererbsenwasser lässt sich wie Eiweiß aufschlagen! Es geht ganz easy. Der Bohnenschaum verhält sich ebenso wie Eischaum und lässt sich auch genauso verwenden. Interessanterweise ist der Bohnen- oder Erbsengeschmack kaum merkbar. Eine Freundin hat sogar Baisers damit gemacht – keiner hat es gemerkt, dass da kein Ei drin ist. ;)

Wie Du mit Aquafaba einen genialen Schnee hinbekommst, habe ich in diesem Artikel beschrieben: STATT Ei: Aquafaba – pflanzlicher Eischnee aus Kichererbsen

Fertiger Ei-Ersatz

Es gibt auch fertigen Ei-Ersatz im Laden zu kaufen. Du bekommst ihn entweder als Vollei-Ersatz* oder als Eiweiß-Ersatz*. Er lässt sich ganz normal aufschlagen und verhält sich als Zutat wie Hühnerei. Das heißt er bindet, lockert auf und reichert an. Er besteht meist aus Stärke, pflanzlichen Geliermitteln und Gewürzen.

Ich muss zugeben, dass ich kein Fan davon bin. Ehrlich gesagt – ich find ihn teuer und ich mag nicht schon wieder ein Fertigprodukt mehr im Schrank stehen haben. Ich hab genug von diesen Fertig-Pülverchen, bei denen man immer so genau lesen muss, was denn da nun schon wieder drin ist.  Die hier verlinkten Ei-Ersatz-Pülverchen enthalten durch die Bank gute Zutaten, bei anderen Produkten rate ich Dir, die Zutatenliste sehr genau zu lesen.

Aber: Es ist keine Frage, dass fertiger Ei-Ersatz funktioniert und ich hab mich auch nicht näher damit beschäftigt. Also lass Dich von mir nicht davon abhalten, dich näher zu informieren. Schau es Dir an, und wenn es stimmig ist für dich, dann ist es ja wunderbar. :)

1 EL Stärkemehl mit 2 EL Wasser

Was beim Eiersatz in Kombination funktioniert, funktioniert auch im Alleingang. Jedes Mehl enthält Stärke – das eine mehr, das andere weniger. Vor allem Kartoffel-* und Maismehl* werden gerne als Ei-Ersatz verwendet. Auch Kichererbsenmehl* oder Sojamehl* funktionieren gut, ebenso wie Pfeilwurzelmehl. Alle Mehle bekommst Du im Handel und sie kosten nicht viel. Lediglich Pfeilwurzelmehl ist etwas teurer.

Stärkemehle sind klasse zum Binden. Sie eignen sich wunderbar für alle Rezepte, die ursprünglich einen hohen Ei-Anteil verlangen, Pudding zum Beispiel.

Auch für das Panieren sind sie ideal. Zum Panieren braucht man ja drei Stationen – einmal normales Mehl, einmal Eier zum binden des Mehls und dann die Semmelbrösel, die die Kruste schön knusprig machen. Die zweite Station habe ich mit Kichererbsen-Wasser-Gemisch ersetzt. Maismehl oder Sojamehl gehen aber auch. Ich rate ich Dir in diesem Fall den Wasseranteil der Stärkemischung  zu erhöhen.

Panieren ohne EiGenauere Infos zum Panieren ohne Ei und weitere Tipp verrate ich Dir im Extra-Rezept: Gebackene Löwenzahnblüten. Wir waren Löwenzahn sammeln und haben uns ein fulminantes Abendessen geschenkt. Das Rezept wird erst einmal nicht im Blog stehen,  sondern nur über einen besonderen Link verfügbar sein, den Du im Newsletter findest. Interessiert? Dann trag Dich ein. Ich verschicke den Newsletter erst in zwei Tagen. :)

Bei der Verwendung von Stärke statt Ei, musst Du anfangs vielleicht ein bisschen ausprobieren, wie viel Stärke Du brauchst, um die richtige Konsistenz zu bekommen, aber der Vorteil ist, dass Du – im Vergleich zum Ei – nicht an Portionseinheiten gebunden bist. Du kannst Prise für Prise hinzugeben und die perfekte Menge für Dich herausfinden.

Achtung: Eier in Fertiggerichten

Puh, das wars. Das sind eine Menge Alternativen, nicht wahr? Und das waren noch nicht einmal alle. Ich habe nur die gängigsten mit in den Artikel aufgenommen. Beim Kochen und Backen sind Eier genau genommen überhaupt nicht notwendig.

Umso erstaunlicher finde ich es, dass die Lebensmittelhersteller in so vielen Fertiggerichten immer noch Eier verwenden.  Und das, obwohl viele der hier vorgestellten Zutaten viel länger haltbar sind als Eier. In Zeiten von Salmonellen und Co. scheint mir das absolut nicht logisch. Könnte es sein, dass Eier aus Käfighaltung – und das bekommen wir meist in Fertigprodukten – für die Hersteller die billigste Wahl sind? Schade …

Hast Du bereits Erfahrungen mit der ein oder anderen Ei-Alternative gemacht? Mich würde Dein Bericht brennend interessieren. Oder kennst Du vielleicht noch einen Geheimtipp? Dann lass mir doch einen Kommentar hier. Ich freu mich. :)

In diesem Sinne …

Viel Spaß beim Ausprobieren.

Die Zutaten habe ich mit Links unterlegt. Die meisten davon sind Affiliate-Links und führen zu Amazon. Man mag über amazon denken, was man will – die Produktinformationen sind einfach gut. Du kannst Dich dort ziemlich genau über die Zutaten informieren, bekommst einen Eindruck vom Preis und die Bewertungen liefern oft zusätzliche Informationen. Affiliate-Links habe ich mit * markiert. Wir wollen doch transparent bleiben. Falls Du auf einen der Links klickst und eines der Produkte kaufst, bekomme ich eine kleine Provision. Von amazon – du zahlst keinen Cent mehr. Alle Zutaten bekommst Du aber auch im Laden oder bei anderen Online-Händlern.
Autor: Gabriele Nehls 
Bildquellen: www.pixabay.com, CC0
Hintergrund Ei:geralt, Apfelmus:Taken, Bohnen:abdecoral