STATTdessen: Ketchup – selbstgemacht

Ab jetzt wird unser Ketchup selbst gemacht. Es geht schnell, es ist lecker, es enthält nur halb so viel Zucker wie die Kandidaten in den Supermarktregalen, keine Geschmacksverstärker, keine pseudo”natürlichen” Aromen. Das ist doch schon mal was, nicht wahr?

30 Stück Würfelzucker in einer Ketchup-Flasche

Ich hab zwei Anläufe gebraucht, damit mein “Heim”-Ketchup vor meiner Familie Gnade fand. Der erste Versuch wurde knallhart vom Tisch gewischt. Warum? Hier ist die ganze Story:

Im industriell hergestellten Ketchup sind zwischen 20 und 30 Gramm Zucker pro 100 Gramm Ketchup enthalten, 9 bis 10 Stück Würfelzucker. Unser früheres Lieblings-Ketchup kam in einer 300 ml Liter Flasche daher – nach Adam Riese ergibt das ca. 30 Stück Würfelzucker pro Flasche. Allerdings war dies nicht allein der Grund, warum ich unser Ketchup lieber selber mache – man isst ja nicht gleich die ganze Flasche… Nein, es waren diese Geschmacksverstärker und Aromen… ich wüsst halt gern was in meinem Tomatendip drin ist.

Der erste Versuch: Abgelehnt und für “zu süß” befunden

Nun hatte ich dieses Rezept für ein Tomaten-Ketchup, das ich unbedingt ausprobieren wollte. Gesagt, getan – ich hab also getestet. In diesem Rezept waren ursprünglich 100 Gramm Zucker vorgegeben – und heraus kamen ca. 400 ml Ketchup. Aus meiner laienhaften Verbrauchersicht ist dies in etwa die Menge Zucker, die auch im industriellen Ketchup enthalten ist, glaub ich. Sicher bin ich mir da aber nicht (muss ich auch nicht, denn ich bin ja auch Verbraucherin und keine Spezialistin für dieses Thema. Ich bin die, die Euros hinlegt für das Produkt… wer muss da schon die Nährwertangaben verstehen, pfft…;) ). Egal… ich hab beschlossen, dass es ungefähr die Menge ist, und ich habs ausprobiert. 2014_0729Juni0023

Ich fand, das Ketchup ist super geworden. Mein Kind und ihre Freundinnen sind also zum Testen angetreten… Vorsichtiges Nippen… dann auf einmal hochgezogene Nasen!

“Mama, iiiiih, das ist ja vielleicht süß. Bäh, das kann man ja gar nicht essen!”

Tja, was soll ich sagen… es wurde einstimmig abgelehnt – wegen “zu süß”!!! Von 6-jährigen… Hat man Worte… Als ich meinem Kind dann erklärte, dass da genauso viel Zucker drin ist wie im gekauften, stellte es eine ausgesprochen gute Frage:

“Aber WARUM schmeckt das andere Ketchup dann gar nicht so süß?????”

Ich hab nachgeguckt… und nun weiß ich warum oder zumindest vermute ich es. In dem anderen Ketchups ist Branntwein-Essig drin. Das heißt, die Geschmacksnerven werden durch den Essig wieder vom Zucker abgelenkt.  Ja, ich weiß, der Essig und der Zucker machen den Tomatendip länger haltbar. Trotzdem.

Für mich ist das ein weiterer Grund, das Ketchup zu ersetzen. Ich mag diese Versteckspielchen nicht mehr. Ich möchte wissen, was in meinem Essen drin ist. Und ich möchte es bitte selbst entscheiden, wenn ich Mist esse.

Zweiter Versuch: Einstimmig angenommen2014_0729Juni0017

Beim zweiten Versuch hab ich den Zucker um mehr als die Hälfte reduziert und – als Zugeständnis an die Haltbarkeit – etwas Zitronensaft beigemischt. Das Ketchup hat vor der strengen Jury bestanden… :)

 

Deshalb ist hier das modifizierte Rezept: “Heim”-Ketchup, das Zweite

  •  6 mittelgroße Tomaten
  • 40 g Zucker
  • 100g Tomatenmark (3fach konzentriert)
  • 2 Tl Paprika edelsüß
  • 1 Tl Salz
  • 1 Tl Zitronensaft
  • 2 El Olivenöl
  • etwa einen halben Tl Thymian, Majoran, Basilikum, Liebstöckel, Oregano

 

Zubereitung:2014_0729Juni0024

  • Tomaten würfeln
  • Öl in einem Topf erhitzen
  • Tomaten rein und bei mittlerer Hitze für 15-20 Minuten köcheln – Umrühren schadet nicht
  • Pürieren
  • 8 Minuten köcheln lassen (auf niedriger Stufe)
  • Kräuter und Gewürze dazu
  • 2 Minuten weiterköcheln lassen
  • Pürieren, die Zweite

Das Ganze entweder in ein sauberes Schraubglas oder in eine leere Ketchup-Flasche füllen. Auf den Kopf stellen und kalt werden lassen. Das Ketchup ist im Kühlschrank etwa einen Monat haltbar. Wenn man es im Wasserbad im Ofen noch einmal sterilisiert, dann hält es sich mehrere Monate.

Benötigte Zeit: ca. 45 Minuten (ohne Putzen danach)