Wie Du Dein Haustier ohne Chemie vor Zecken schützt

Alle Jahre wieder … es wird warm und unsere Haustiere bringen die ersten Zecken heim. Und wahrscheinlich stellst auch Du Dir gerade wie alle Jahre wieder dieselbe Frage: Wie kann ich meinen Liebling vor den fiesen Zecken, Flöhen, Würmern und Milben schützen? In diesem Artikel erfährst Du es.

Hund_ spielen_16-44-56-964_640_kapa65_pixaViele Tierbesitzer haben eigentlich keinen Bock mehr auf Chemie, greifen aber dann doch vorbeugend zum stinkigen Flohhalsband oder träufeln Gift auf die Haut ihres Tieres, meist mit einem miesen Gefühl in der Magengegend. Schließlich sind diese Chemiekeulen nicht ohne. Es sind Kontaktgifte, und es wäre blauäugig zu glauben, dass sie keine Nebenwirkungen haben. Grund genug also, sich nach Alternativen umzusehen. Und tatsächlich gibt es eine Reihe von Tipps, die Du vor der Chemiekeule erst einmal ausprobieren kannst.

Es gibt viele Vorschläge, such Dir den passenden aus

Zugegeben, ich hab noch kein Mittel gesehen, dass bei allen Hunden und Katzen immer gewirkt hat. Und auch bei der “natürlichen” Parasiten-Vorbeugung darf man vorher prüfen, ob sie tatsächlich für das eigene Tier geeignet ist. Im Zweifelsfall ist es immer besser, einen Tierheilpraktiker zurate zu ziehen. Und dann heißt es: ausprobieren.

Alternativen zur natürlichen Parasiten-Vorbeugung, die wir ausprobiert haben

1) Kokosöl: Das ist mein liebstes Mittel für eine  effektive Parasiten-Vorbeugung. Unser Hund bekommt immer wieder ein Löffelchen davon ins Futter. Es schadet nicht, im Gegenteil … es schmiert die Zellen quasi von innen. Kokosöl im Futter wirkt vorbeugend gegen Würmer und Zecken. Je nach Größe gibt man regelmäßig 1/2 Teelöffel bis 1 Esslöffel ins Futter.

Zusätzlich schmieren wir unseren Hund vor dem Gassigehen immer mit Kokosöl ein. Die Anwendung von diesen Spot-Dingern kennst du ja bestimmt, wenn Du eine Katze oder einen Hund hast. Genau an dieselben Stellen kommt das Kokosöl – es wird aber großzügiger verteilt  als die Spots. Kokosöl wirkt bei uns wunderbar. Unser Hund hatte in den vergangenen Jahren genau eine Zecke, keinen einzigen Floh und keine Würmer …

Übrigens: Auch wir Menschen schmieren uns vor dem Wald mit Kokosöl ein. Es pflegt die Haut und die Zecken scheinen diesen Duft absolut nicht ausstehen zu können.

Zecke

2) Bernstein-Kettchen: Naja, wir haben es ausprobiert. Bei uns hat es nicht funktioniert. Eine Bekannte von mir schwört hingegen darauf. Ihre Katze und die Hunde tragen alle eine Bernsteinkette um den Hals. Ich kann nicht sagen, ob es wirksam ist oder nicht – aber es kleidet ungemein und ich wollte es auf jeden Fall erwähnen.

 

3) Gemüse und Obst als vorbeugender Futterzusatz gegen Würmer:

– Papaya
– Ananas
– Fenchel
– Karotten
– Knoblauchgranulat (in kleinen Mengen)
– Zwiebel klein gewürfelt (in kleinen Mengen)

Knoblauch und Zwiebeln hab ich hier bewusst nur bedingt aufgenommen. In einigen Foren wird vor diesen beiden heftigst gewarnt – sowohl für Hunde als auch für Katzen. Inwiefern diese Warnungen richtig sind, weiß ich nicht. Ich bin jedoch sehr vorsichtig damit, Knoblauch und Zwiebeln ins Futter zu geben. Es heißt, dass beide für Hunde und Katzen giftig sind, in großen Mengen sogar tödlich sein können. In kleinen Mengen jedoch sollen sie sehr gesund sein. Deshalb: Bevor Du das ausprobierst, erkundige Dich bitte genau, ob diese Variante für Dein Tier richtig ist.

Wir geben Knoblauchgranulat hin und wieder ins Futter – allerdings wenig und nicht regelmäßig. Außerdem bekommt unsere Hundedame mehrmals die Woche Fenchel und Karotten mit einem Schuss Olivenöl mit ins Futter. Das Obst hat sie nie angenommen – sie hat es sofort wieder rausgesprutzt. Nun gut, jeder ist anders, nicht wahr?

4) Kräuter, die Parasiten gar nicht mögen:dog-627936_1280_Gabi_Bendler_pixa

– Schwarzkümmel (es gibt ein Schwarzkümmelöl fürs Futter)
– Thymian wirkt gegen Bakterien und Pilze ebenso wie gegen Darmparasiten, besonders gegen Spul- und Fadenwürmer.
– Petersilie (Achtung: Nur in kleinen Mengen und nicht bei trächtigen Hündinnen füttern. Petersilie kann bei Überdosierung über einen längeren Zeitraum zu Leberschädigung und bei trächtigen Hündinnen zu Fehlgeburten führen.)
– Estragon regt den Appetit an und hat wurmtreibende Eigenschaften.
– Salbei
– Rosmarin
– Oregano

Auch hier gilt: Die Dosis macht das Gift. Man kann es nicht oft genug betonen. Bitte sei eher zurückhaltend mit der Gabe von Zusätzen und frag im Zweifelsfall einen Fachmann. Ich wechsle die Kräuter jeden Tag ab. Unsere Tiere bekommen jeden Tag ein bisschen von einem anderen Kraut ins Futter. Und es bekommt ihnen gut.

5) Kürbiskerne
KürbiskernmehlGeschälte und fein gemahlene Kürbiskerne, in kleinen Mengen ins Futter gemischt, ärgern die Würmer. Wer wenig Zeit hat, kann Kürbiskernmehl auch fertig im Handel kaufen. Falls Du sie selber mahlen willst, wäre es gut, wenn Du die Kürbiskerne vorher in Wasser einweichst, dann sind sie besser zu verdauen. Wir haben das noch nicht ausprobiert, allerdings weiß ich von einigen Hundebesitzern, die damit gute Erfahrungen gemacht haben.

 

Mein Favorit ist eindeutig Kokosöl innerlich und äußerlich. Es wirkt – sowohl bei den Tieren als auch bei uns Menschen. Gleichzeitig pflegt es die Haut. Das ist das einzige Mittel, das wir wirklich regelmäßig und großzügig einsetzen. Alle anderen gebe ich eher verhalten ins Futter. Fakt ist jedoch: Die Zeckenzange muss bei uns sehr selten aus der Schublade geholt werden.

Warum ich die chemische Parasiten-Vorbeugung für uns ablehne

Dafür gibt es mehrere Gründe:Katze Flöhe

– Die meisten Mittel gegen Zecken und Co. beruhen auf Kontaktgiften. Zwar wird ja immer betont, dass nach 24 Stunden alles wieder “gut” ist, aber irgendwie kann ich mir das nicht wirklich vorstellen. Auf jeden Fall mag ich nicht, dass Kinder damit in Berührung kommen. Unser Hund ist quasi das Streicheltierchen des gesamten Viertels. Das muss nicht sein.

– Zumindest auf den Organismus des Tieres, das dieses Kontaktgift verabreicht bekommen hat, wird dieses Gift auf die ein oder andere Art Auswirkungen haben – und allergische Reaktionen, Schwächung des Immunsystems, etc. müssen nicht wirklich sein, solange es anders geht.

– Zeckenhalsbänder stinken fürchterlich. Bäh!

– Ich hab mich bewusst gegen Tierversuche entschieden. Und diese Entscheidung betrifft auch die Antiparasitenmittel. Denn jedes dieser Präparate durchläuft eine lange Reihe an qualvollen Tests, bevor es auf den Markt kommt. Und diese werden an genau den Tieren durchgeführt, die wir mit ihm vor den Zecken schützen wollen. Für mich ist es widersinnig, meinem Tier Krankheit und Leid zu ersparen, andere Tiere dafür aber leiden zu lassen.

Welche Tipps ich NICHT aufgenommen habe

Es gibt noch eine ganze Reihe von Tipps, die auch vorbeugend wirksam gegen Parasiten sein sollen. Allerdings hab ich nicht alle mit aufgenommen – entweder, weil ich sie nicht selbst ausprobiert habe oder die Quelle nicht nachvollziehen konnte und keinerlei Erfahrungsberichte kenne. Der Vollständigkeit halber seien sie hier noch kurz erwähnt, damit Du selbst weiter recherchieren kannst, wenn Du magst:

– Portulak-Frischsaft

– Propolis

– Ätherische Öle in ihrer Reinform wie Teebaumöl, Lemongrasöl, Vetiveröl oder Zedernholzöl.

Diese Öle haben sicherlich ihre Wirkung. Zecken und Flöhe riechen sie nicht gern. Doch auch unsere Hunde und Katzen haben feine Nasen und müssen dann stark parfümiert durch die Welt laufen. Bei Katzen kann dies sogar gefährlich werden.
Ich habe lediglich Teebaumöl einmal ausprobiert. Mein damaliger Hund ist schnurstracks zum nächsten Misthaufen gelaufen und hat sich dort “entparfümiert”. Auch, wenn ich oft ein bisschen schwer von Begriff bin, wenn es darum geht, die Hinweise meiner Tiere zu erkennen, diesen Tipp hab ich kapiert. ;)

In diesem Sinne …

wünsche ich Euch einen tollen zecken- und wurmfreien Sommer. :)

Eure Gabriele

P.S. Es gibt noch einen weiteren Geheimtipp gegen Zecken und Flöhe, den ich von einer Freundin in Griechenland bekommen habe. Sie wendet dieses Rezept bei allen ihren Tieren an – Hunden wie Katzen. Hier gehts zum Rezept: Natürliches Spray gegen Zecken und Flöhe

P.P.S Jüngst hat wohl auch ein kleiner Einstein im Rahmen des Wettberwerbs Jugend forscht herausgefunden, dass Schwarzkümmelöl innerlich sehr gut gegen Zecken helfen soll – nicht nur bei Hunden, sondern auch bei Menschen. Für Katzen ist allerdings auch das Schwarzkümmelöl nicht geeignet, leider. Offensichtlich fehlt ihnen ein bestimmtes Enzym, das sie für den Abbau desselben brauchen.
Schwarzkümmeöl gibts im Handel – online oder live. Hier ist ein Beispiel:

 

 

 

12 Kommentare

  1. Pingback:Natürliches Spray gegen Zecken und Flöhe - anSTATTdessen

  2. Liebe Gabriele, erstmal danke für deine supertollen Beiträge und Tipps und auch lustig-kritischen Texte! Herrlich!

    Bzgl. diesen von dir und bewusst nicht getesteten Mitteln hier kann ich einen kleinen Schwank erzählen. Ich wollte auch nicht mehr diese gruselig giftigen Spot-Ons auf unseren Katzen wissen. Also wurde mir ein natürliches Mittel sehr ans Herz gelegt, welches aus verschiedenen ätherischen Ölen bestand, wie ich dann merkte. Ergebnis war: Abgesehen davon, dass unsere Katzen mit ihren feinen Näschen mit Sicherheit nicht lustig fanden, dass sie so abartig „stanken“ – hatten sie weiterhin Zecken und einer unserer Miezen, Peppels (absichtlich so geschrieben), fielen nach kurzer Zeit rund um den Hals die Haare aus. Jetzt war sie also auch noch nackig und ihre Haut ungeschützt der Sonne ausgesetzt. Zum Glück ist hier nichts weiter passiert. Erstmal bin ich resiginiert zu den Spot-Ons zurück gekehrt. Derzeit befindet sich bei unseren Pferden das Kokosöl auch in der Testphase, aber es sieht wirklich gut aus! Und bei den Katzen werde ich das auch versuchen. Allerdings würde ich das Ganze tatsächlich eigentlich auch gern mit „ins Futter mischen“ zusätzlich versuchen… bzw. … nur theoretisch. In der Praxis weiß ich jetzt schon, dass ich wieder ordentlich baden gehen werde und Blicke ernte, die sagen: „Willst du schon wieder versuchen, uns zu vergiften!?“ oder „Schau mich an, schau was du angerichtet hast! Ich verhungere, denn DAS kann ich auf gar keinen Fall esse und werde es auch nicht! Ich werde hier verhungern, und DU bist Schuld!“
    Na, ja… man kann nicht alles haben… aber ein wenig auf die Pfoten verteilt und schon wirds weggeputzt. Gemein, ich weiß, aber irgendwie muss man sich ja durchsetzen. Wenigstens da. Ansonsten folgen wir ja eh ganz brav. Übrigens ist ein wenig Olivenöl ab und an auf die Vorderpfoten verteilt auch eine ganz gute Fellpflege von innen.
    Viele liebe Grüße

    • Gabriele Nehls

      Liebe Daniela, ich grins mir hier einen. Was für ein netter Bericht. :)

      Aber ich kenn diese Blicke. Ich ernte sie immer von unseren Hunden. Am empörtesten ist unsere kleine Malteserin. Sie scheint mir jedes Mal mitzuteilen, dass sie KEIN Sofakissen ist – und auch nicht wie eines riechen möchte. ;)

      Was sie gerne nimmt, ist Olivenöl ins Futter. Und Petersilie tut ihr auch gut. Aber alles was „duftet“ findet sie unter ihrer Würde. Ich kann mir vorstellen, dass Katzen da noch etwas deutlicher sind, grins.

      Danke für Deine erfrischende Geschichte. Ich freu mich dass du hier bist. :)

      LG Gabi

  3. Ja, Zwiebeln sind in der Tat giftig zumindest für Hunde, Knoblauch muss sehr mit Vorsicht angewandt werden. Und leider sind auch sehr viele ätherische Öle mindestens genauso giftig wie die Chemie fürs Tier … und noch nicht mal getestet ;-)
    Wer in einem Gebiet mit krankheitsverseuchten Zecken lebt, überlegt sich das gut …

    • Gabriele Nehls

      Das ist sicher eine nicht zu unterschätzende Entscheidung. Und letztlich muss das jeder selbst abwägen… stimmt. Es gibt Fälle, in denen die Schulmedizin und deren Präparate die Mittel der Wahl sind. Und ich bin auch der Meinung, wenn man das komplett von sich weist, ist das nicht schlau. Deshalb ist es so wichtig, alle Möglichkeiten zu kennen – samt ihrer Vor- und Nachteile. :)

      Danke für Deinen Kommentar, Petra. Ich freu mich über den Austausch.

  4. hi,
    soweit ich gelesen habe würde ich generell die finger von teebaumöl lassen (speziell bei katzen)

    „Katzen sollten nicht mit Teebaumöl in Berührung kommen, da ihnen die Fähigkeit fehlt, die Inhaltsstoffe abzubauen“

    http://de.wikipedia.org/wiki/Teebaumöl
    http://www.animal-health-online.de/drms/klein/teebaum.htm
    lg
    hades

    • Gabriele Nehls

      Hallo Hades, ja, da hast Du recht. Ich würds keinem Tier geben, mal ganz abgesehen davon, ob es toxisch ist für das Tier oder nicht. Danke für die Links zu den weiteren Informationen. :)

      LG Gabi

  5. Hallo ich habe selber einen Hund. Ich wollt nur sagen Zwiebeln sind für Hunde schon in kleinsten Mengen giftig. Das mit dem Kokosöl finde ich klasse

  6. friedhelm Tepasse

    danke für die Tipps und freue mich auf die Newsletter

    • Gabriele Nehls

      Gerne, der jüngste Newsletter ist leider bereits rausgegangen – mit dem Geheimtipp, passend zu diesem Artikel. Aber ich setz im nächsten Newsletter noch einmal den Link dazu. Damit alle, die sich jetzt noch anmelden, ihn auch noch bekommen – er ist nämlich erst einmal nur für die Newsletter-Abonnenten einsehbar. :)

      LG Gabi

  7. Teebaumöl soll für Katzen sehr giftig sein, weshalb man es bei ihnen NIE (!) einsetzen soll. Wie es bei Hunden ist, weiß ich nicht…

    • Gabriele Nehls

      Danke, Laura, für den Hinweis. Das ist gut, das noch einmal explizit zu erwähnen.
      Ich finde sowieso, dass ätherische Öle für Tiere viel zu konzentriert sind.
      Deshalb würde ich sie eh nie bei meinen Tieren anwenden.

      LG Gabi

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