STATT Kartoffelchips: Grünkohl-Crunch aus dem Backofen

Chips sind ja bekanntlich echte Fieslinge unter den Knabbereien. Sie schmecken soooo gut, aber neben vielen „natürlichen“ Aromastoffen enthalten die meisten auch Glutamat und eine Menge an „Hilfsstoffen“, die nicht angegeben werden müssen. Zudem sind die meisten nicht vegetarisch. Sie enthalten „tierische Bestandteile“, was viele Verbraucher gar nicht wissen. Für Paprika-Chips finde ich dies gelinde gesagt – unpassend.

Mit dieser Tatsache habe ich lange gehadert, denn ich liebe Chips. Es ist ein Jammer, dass die soooo lecker sind. Immer wieder ist eine Tüte in meinem Einkaufswagen gelandet – obwohl ich Bescheid wusste. Aber es ist einfach zu gemütlich, sich am Sonntag Nachmittag auf die Couch zu kuscheln, mit ner Schüssel Chips und so vor sich hinzuknuspern.

Die Alternativeplant-1011492_1920_oldiefan_pixa

Diese Zeiten sind vorbei! Knallhart, jawoll … 🙂 Und es fällt mir noch nicht einmal schwer, denn geknuspert wird bei uns immer noch. Allerdings keine gekauften Chips mehr, sondern selbst gemachte …

Das Rezept der „Kale-Chips“ hat seinerzeit schon in den USA einen absoluten Hype ausgelöst. Danach auch bei uns – und ich finde, es kann nicht schaden, das wieder einmal in Erinnerung zu rufen. 🙂 Denn zufälligerweise beginnt ja jetzt die nasskalte Zeit UND gleichzeitig beginnt die Grünkohlzeit.

Und wer bislang den Grünkohl nur mit deftigem Eintopf oder Pinkel in Verbindung gebracht hat – hier ist eine neue Verwendung für dieses „Superfood“: Knusprige Grünkohlchips.

Sie crunchen, schmecken lecker und sind einfach gemacht. Drei Dinge auf einmal … Ich hab bereits im vergangenen Jahr eine Menge damit experimentiert. Hier ist die Variante, die für uns funktioniert.

Rezept Grünkohl-Chips

Je nachdem wie viel frischen Grünkohl du hast, kannst du die Mengenangaben für die Marinade anpassen. Für ca. 250 Gramm Grünkohl brauchst Du …

… 3 EL hochwertiges Olivenöl

1 EL Erdnussmus

etwa ein halber EL Meersalz

1 TL Paprikapulver süß

Zusätzliche Gewürze sind variabel: Chiliflocken, Estragon, Pfeffer, Knoblauchpulver oder Rosmarin

Du kannst auch das Paprikapulver weglassen und nur salzen. Probier aus, was Dir am besten schmeckt.

So wird´s gemacht

– Ofen vorheizen (Ober- und Unterhitze) und ein Blech mit Backpapier belegen.

– Grünkohl waschen und gründlich trocknen.

– Den harten Strunk entfernen. Das geht am besten mit einer Schere. Ich schneide sie einfach entlang des Strunkes ab.

– Dann die Blätter in mundgerechte Stücke zupfen.

– Für die Marinade verrührst Du das Olivenöl der Erdnussbutter in einer großen Schüssel so lange, bis eine gleichmäßige Soße entstanden ist. Dann das Salz und die übrigen Gewürze unterrühren. Du kannst an Gewürzen verwenden, was Du möchtest – je nach Geschmack. Experimentier einfach ein bisschen herum. Ich fand zum Beispiel die Varianten mit Estragon oder mit Rosmarin ziemlich lecker. Allerdings hab ich da das Paprikapulver weggelassen. Aber das ist – wie gesagt – Geschmackssache.DSCF3474

– Jetzt heißt es, Ärmel hochkrempel. Die Grünkohlblätter kommen in die Schüssel zur Marinade und werden hinein „gemanscht“. Das ist die ideale Gelegenheit für Kinderhände. Meine Tochter knetet den Grünkohl jedes Mal mit Begeisterung – und sie hat „ihre“ Chips selbst gemacht. Das steigert den Spaßfaktor noch einmal erheblich. Die Marinade sollte am Schluss gleichmäßig auf alle Blätter verteilt sein.

– Dann die marinierten Blätter gleichmäßig auf dem Backblech verteilen und ab in den vorgeheizten Ofen.

  • Bei 130 Grad, mittlere Schiene, etwa 40 Minuten trocknen.

– Die Chips sind fertig, wenn sie so richtig knusprig sind – sie müssen crunchen. 😉

– Dann kannst du, wenn Du willst, noch einmal nachsalzen. Auf die Plätze – fertig – crunch!

Tipps für die perfekten Grünkohl-ChipsDSCF3488

1) Nimm eher die größeren Blätter für deine Chips. Sie sind besser dafür geeignet. Die kleinen Blättchen in der Mitte sind besser für den Eintopf oder den Salat geeignet. Sie werden nicht ganz so knusprig.

2) Es lohnt sich den Grünkohl sehr gründlich zu waschen, sonst hat man später zusätzlich noch Sand oder Erde zwischen den Zähnen. Kommt immer wieder vor … 😉

3) Je trockener die Blätter sind, desto knuspriger werden die Chips.

4) Lass dem Grünkohl auf dem Blech genügend Platz zum „durchatmen“. Dann kann er gleichmäßig trocknen. Lieber locker legen und mehrere Bleche nacheinander trocknen.

5) Klemm einen Kochlöffel in die Ofentür. So entsteht ein Spalt, durch den die Feuchtigkeit entweichen kann.

6) Prüfe beim ersten Mal bitte alle paar Minuten, ob die Chips schon fertig sind. Jeder Ofen ist anders. Die 40 Minuten sind nur ein Richtwert, der variieren kann. Es kommt jeweils darauf an, wie viele Blätter du trocknest, wie Dein Ofen arbeitet.

7) Den Ofen nicht höher als 130 Grad einstellen, denn sonst werden die Blätter zu dunkel und eventuell auch bitter.

8) Du kannst die Chips locker aufbewahren. Behandle sie so, wie Du Chips bisher auch immer behandelt hast – also luftdicht verschließen, etc. Allerdings … bei uns war dies nur einmal der Fall – die anderen Male waren die Dinger immer so schnell weg, dass ich mir über die Aufbewahrung keine Gedanken machen musste. Ich habe die Grünkohlchips sogar schon einmal zu einer Kinderparty mitgebracht. Eigentlich hatte ich gedacht, dass sie überbleiben … aber weit gefehlt. Sie waren der Hit! Ich hab Bauklötze gestaunt.

Sind das nun gesündere Chips?

Hm, ja und nein. Grünkohl ist ein Superduper-Gemüse, ohne Frage. Er kann eine Menge, unter anderem hat er den Ruf krebsvorbeugend und entzündungshemmend zu sein. Den Artikel dazu liefere ich demnächst nach, denn im Prinzip betrifft das alle Arten von Kohlgemüse. 🙂 Roh und sanft zubereitet liefert er eine Fülle von Nährstoffen und Vitaminen – grünes Gemüse halt.

Aber ich glaube nicht, dass 40 Minuten bei 130 Grad viele Nährstoffe übrig lassen. Muss man ganz klar so sagen. Wenn dann müsste man die Chips mit dem Dörrgerät bei höchstens 40 Grad trocknen. Ich hab mir sagen lassen, dass das geht – aber ich habe es noch nicht ausprobiert.

Dennoch ziehe ich die Grünkohlchips aus dem Backofen den gekauften Chips bei Weitem vor. Denn da weiß ich, was drin ist – ich weiß, dass meine Grünkohlchips aus Grünkohl bestehen und dieser Grünkohl im besten Fall sogar den ersten Frost abbekommen hat (braucht er, damit er so richtig gut schmeckt). Ich weiß, welche Gewürze ich verwende, ich weiß, dass KEINE Aromastoffe oder sonstige seltsame „Hilfsstoffe“ drin sind. Und das ist für mich inzwischen ausschlaggebend.

Viel Spaß beim Knuspern … und achtet auf Euch.

Lieben Gruß Gabi

P.S. Du kannst dieses Rezept fast 1:1 auch auf krause Petersilie übertragen. Wichtig ist, dass Du die krause nimmst – die andere wird lapprig. 🙂

Selbstverständlich kannst du auch Kartoffelchips selber machen, oder Rote Beete-Chips. Das sind allerdings andere Rezepte. Kommen noch – ich verspreche es.

Bezugsquellen für die Zutaten

Da ich immer wieder Anfragen bekomme, wo man die Zutaten bekommen kann, setze ich ab sofort immer die Links für den Onlineeinkauf unter den Artikel.

Falls Du Tipps für die Zutaten brauchst, hier sind ein paar Vorschläge. Das sind übrigens Affiliate-Links. Wenn ihr über diese Links kauft, dann bekomme ich ein paar Cent Provision. Fände ich gar nicht so schlecht. 😉

Die Produkte gibt es aber auch in jedem Bioladen oder in anderen Onlineshops:

 

Autor: Gabriele Nehls
Bilder: 
Grünkohl, roh: www.pixabay.com/de/pflanze-gr%C3%BCnkohl-1011492/
Alle anderen: Gabriele Nehls

2 Kommentare

  1. Ich habe vor einigen Wochen etwas ähnliches mit Wirsing versucht. Nachdem ich von Wirsingchips gelesen hatte und mir ein Rezept für den Dörrautomat herausgesucht hatte, habe ich losgelegt. In diesem Rezept sollte der Wirsing ebenfalls in Marinade eingelegt werden. Dies kam mir sofort seltsam vor, denn wie soll auch das Öl bei 40°C verflüchtigt werden, selbst wenn man es abtupft, wie im Rezept beschrieben sodass die Chips später knusprig sind und nicht matschen.
    Nach mehreren Stunden im Dörrautomat waren die Wirsingchips tatsächlich knusprig, also habe ich sie in eine Tüte gepackt und am nächsten Tag weg geschmissen, da sich das Öl eben wie vermutet an den Blättern gehalten hat und das ganze dann eine schmierige Pampe wurde. Also ganz klar nicht zu empfehlen.

    Da ich mich nicht so schnell unterkriegen lasse, habe ich die restlichen Wirsingblätter so getrocknet, ohne Marinade und sie anschließend in eine Tüte gepackt und gesalzen. Dies hat zugegebenermaßen ganz gut geschmeckt. Leider waren auch diese Chips nach ein paar Tagen labbrig und weich – beinahe zäh.
    Mit Haushaltsüblichen Mitteln schafft man es einfach nicht etwas komplett luftdicht zu verschließen, so ziehen die gedörrten Blätter Wasser aus der Luft und die Restfeuchte in den Blättern, die man mit dem Dörrautomaten einfach nicht raus bekommt tut ihr Übriges.

    Mit Kartoffeln sieht es so aus, dass diese zwar knusprig bleiben, aber eben im Dörrer nicht mariniert werden können. Daher schmecken sie anschließend nach fast nichts.

    Chips aus dem Dörrautomaten sind ganz klar nicht zu empfehlen. Das Backofenrezept werde ich aber in jedem Fall ausprobieren.

    • Danke für den Erfahrungsbericht. Das ist spannend…

      Jetzt wo du es sagst… stimmt, ist eigentlich logisch, dass es bei 40 Grad mit dem Öl schwierig wird.
      Beim Aufbewahren der Grünkohlchips hab ich vergangenes Jahr keine Tüte benutzt sondern sie im Kühlschrank in ner Frischhaltedose aufbewahrt. Das hat gut funktioniert. Die haben so keine Feuchtigkeit gezogen. Länger hat es bei uns allerdings noch keine G-Chip-Charge ausgehalten, grins. Die waren immer recht schnell weg.

      Das mit dem Wirsing haben wir auch ausprobiert mit diesem Rezept. Hm, ich habs nicht gemocht – mir waren die nicht crunchy genug. Ich probier ja immer wieder andere Gemüse aus, obs funktioniert mit denen. Bislang haben sich aber nur Grünkohl und krause Petersilie als richtig lecker erwiesen, grins.

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