Regionales Superfood: Tomaten

Zurzeit gibt es sie in Hülle und Fülle: die Tomate. Es ist eine Wonne, aus den verschiedenen Farben und Formen zu wählen. Die Tomate ist aber nicht nur lecker, sondern auch extrem gesund. Hier ist ihr Steckbrief.

Die Tomate ist so alltäglich bei uns, dass wir sie schon gar nicht mehr zu schätzen wissen. Dabei hat sie Einiges drauf. Sie ist ein Herzschmeichler und vermutlich auch ein guter Mitstreiter bei der Vorbeugung gegen Krebs.

Botanisch gesehen gelten die roten Früchte übrigens als Beeren. Das macht im Endeffekt keinen Unterschied, aber der Vollständigkeit halber – ihr wisst schon. Sie gehört zur Familie der Nachtschattengewächse und ist damit mit der Kartoffel, der Aubergine oder auch mit der Paprika verwandt.

Was hat sie drin?

Erst mal … 95 Prozent Wasser. Das ist ja schon mal gut. Dann eine Menge Vitamin C. Eine mittelgroße Tomate enthält mit 25 mg etwa 40 bis 50 Prozent des Tagesbedarfs an Vitamin C – vorausgesetzt sie wurde reif geerntet. Außerdem enthält sie B1, B2, B3, B6, Folsäure, Calcium, Magnesium, Eisen, Chrom, Kalium und last, but not least – Lycopin!

Noch nie gehört? Macht nix, es wirkt trotzdem. Das ist ein rotes Pigment in Früchten, das auch in Paprika, Hagebutten oder Wassermelonen vorkommt. Lycopin ist das Ass im Ärmel der Tomaten. Es gehört zu den Antioxidantien, die freie Radikale neutralisieren. Ergo: Die Tomate ist lecker – und megagesund.

red-green-tomato-837966_1280_tappancsWas kann sie?

Es gibt einige Studien, die besagen, dass Lycopin vorbeugend gegen diverse Krebsarten, Diabetes mellitus, Osteoporose und Unfruchtbarkeit wirkt. Andere Studien wiederum „beweisen“ das Gegenteil. Mit anderen Worten – so genau weiß das niemand. Fakt ist, dass Lycopin hitzebeständig ist. Es ist also auch in gekochten Tomatengerichten enthalten. Mit anderen Worten auch Suppe, Soße und Co. gehen den freien Radikalen an den Kragen. Allerdings ist es naheliegend, dass es die Kombination der Vitamine, Mineralien und sekundären Pflanzenstoffe ist, die Wirkung zeigt – nicht die Bestandteile einzeln.

Ob Lycopin für sich gesehen nun tatsächlich vorbeugend gegen Krebs ist oder nicht – in jedem Fall ist die Tomate als Ganzes gut für das Immunsystem und ein starkes Immunsystem ist der beste Schutz gegen Krebs und andere Krankheiten. Außerdem ist eine rohe Tomate basisch, das bedeutet, sie ist ein Lebensmittel, das unseren Säure-Basen-Haushalt im Gleichgewicht hält.

Achtung: Nur im rohen Zustand sind sie basisch, gekocht jedoch Säure bildend. Das darf man beachten. Es macht eh mehr Sinn Tomaten roh zu verzehren, denn sobald sie gekocht werden, lösen sich viele ihrer wertvollen Mineralstoffe und Vitamine – puff – in Luft auf.

Die Tomate ist darüber hinaus entzündungshemmend, reguliert den Wasserhaushalt und wirkt gegen Arterienverkalkung. Dementsprechend ist sie eine sehr gute Vorbeugung gegen Herz-Kreislauf-Krankheiten.

Diese ganzen positiven Eigenschaften gelten für reife, rote Tomaten. Die grünen, unreifen Tomaten hingegen sind mit Vorsicht zu genießen. Denn sie enthalten noch den Pflanzenstoff Solanin. Zu viel davon verursacht Übelkeit, Atemnot und gar Bewusstlosigkeit – nicht so lustig.

pomegranate-11841_1280_loggawiggla_pixaTomaten versus Superfood Granatapfel

Mich verwundert es, dass die Tomate nur selten in die Auflistungen der Super-Lebensmittel auftaucht. Liegt es daran, dass sie nicht so weit gereist ist, sondern „nur“ im eigenen Garten wächst?

Ich hab mir diese „Superfoods“ angesehen und eines ist mir aufgefallen, das hochgelobt wird, weil es tolle Dinge kann: Granatapfel. Er beugt Bluthochdruck und Arterienverkalkung vor, hilft bei Magenverstimmung und Arthrose, stimuliert das Immunsystem, wirkt entzündungshemmend und senkt das Risiko von Herzkrankheiten. Außerdem ist er wirksam bei bestimmten Krebsarten wie Prostatakrebs. Kommt dir das bekannt vor? Stimmt, all das kann die Tomate auch. Ich hab die Nährstoffe der beiden verglichen und die Tomate hatte in fast allen Punkten gleich hohe oder bessere Werte.

Nur – der Granatapfel kommt halt von weit her. Er stammt aus West- und Mittelasien. Die Tomate hingegen wächst bei uns auf dem Balkon oder im Garten – hey geht’s noch besser? Granatapfelsaft wird mittlerweile ja als Nahrungsergänzungsmittel hoch gehandelt. Er kostet zwischen 3 und 17 Euro je Liter. Tomatensaft hingegen … ist ein beliebtes Getränk auf Billigflügen, wenn ich mich nicht irre, oder?

Mal abgesehen davon, dass unsere Ernährung ein wichtiger Baustein unserer Gesundheit ist, wundere ich mich immer über die Tendenz, ein einziges Lebensmittel – so gut es auch sein mag – als DAS Heilmittel schlechthin darzustellen. Und je weiter es her kommt, desto besser. In diesem Fall haben wir ein Lebensmittel mit ähnlicher Wirkung direkt vor unserer Nase! Cool, oder?

fruits-and-vegetables-805797_1280_vhesse_pixaHer mit dem Tomatenberg

Momentan gibt es massenhaft Tomaten. Die Flut ist so groß, dass man manchmal schon gar nicht weiß, was man mit ihr machen soll. Ich hatte vergangene Woche 5 Kilo Tomaten in meiner Küche liegen. Was hab ich damit gemacht? Eine ganze Menge – vor allem auch auf Vorrat verarbeitet für den Winter.

Zuerst haben wir ein Tomatenfest gemacht – wir hatten nämlich fünf verschiedene Sorten hier auf dem Tisch. Große, Kleine, Orangefarbene, Dunkelrote, Hellrote … alle möglichen Sorten. Dazu frisches Brot mit Olivenöl, ein bisschen Mozzarella und Basilikumpesto – fertig. Das gab ein tolles Abendessen. :) Foto hab ich leider mal wieder verschusselt, weil es so lecker war.

Getrocknete Tomaten

Einen Teil der übrigen Tomaten habe ich im Ofen getrocknet. Wer ein Dörrgerät hat, weiß eh, wie das geht. Aber auch im Ofen ist es ganz einfach – wenngleich wieder mal ein wenig langwierig.

– Die Tomaten in kleine Stücke schneiden.

– Die Kerne und den Saft rauspfriemeln. Du kannst sie entweder im Smoothie vermixen oder auch – wenn es denn sortenreine Samen sind – für die nächste Saison trocknen.

– Backpapier auf ein Backblech und die Tomatenstücke locker darauf ausbreiten. – Bei 50 bis 70 Grad Ober-Unterhitze trocknen – viele Stunden lang.

– Zwischendrin kannst du sie noch salzen und würzen, wenn du sie pikanter haben willst.

– Wenn sie klein und schrumpelig sind, dann sind sie fertig und halten sich ewig.

Tomatenketchup

2014_0729Juni0023Aus einem anderen Teil der Tomatenflut hab ich Ketchup gemacht. Das Rezept dazu hab ich im vergangenen Jahr bereits gepostet. Du findest es hier:

 

Tomatenketchup selbst gemacht

 

 

Tomatensoße auf Vorrat

Tja, und dann habe ich noch Soße gemacht und eingefroren. Das ist wirklich einfach. Tomaten kochen und pürieren. Gewürzt wird später nach Bedarf und Gusto, denn die Soße kann auf viele Arten verwendet werden – als Basis für andere Soßen, mit etwas Wasser verdünnt als Suppe, für weiteres Ketchup, als Pizzabelag … und für noch vieles anderes mehr.

Übrigens, wenn du keinen Tomatensegen hast, schau doch mal auf dem Markt vorbei. Viele regionale Gemüsehändler haben zurzeit die so genannten “Suppentomaten” im Angebot. Das sind die reifen Tomaten, die bald verarbeitet werden müssen. Sie sind wunderbar und lecker – halt nur nicht mehr so lange haltbar. Dafür sind sie wirklich günstig. Unser Gemüsetandler bietet seine Suppentomaten gerade für 1,50 Euro das Kilo an. Und die schmecken toll, sind nur an der ein oder anderen Stelle schon etwas weich. :)

Noch eine kleine Tomaten-Anekdote zum Schluss

In Amerika wurde die Tomate beim Volk lange Zeit als giftig gehandelt. Sie galt dort als Verursacher von Krebs, Gehirnfieber und Appendizitis. Die Erkenntnis, dass ihre Früchte essbar sind, verdanken die Amerikaner einem exzentrischen Herrn namens Johnson, der die Tomate Anfang des 19. Jahrhunderts von einer Überseereise mitbrachte. Er verkündete öffentlich, dass er demnächst einen ganzen Korb der giftigen Pflanze vor aller Augen essen würde. Klar, dass die Schaulustigen nur so strömten. Es sollen über 2000 Menschen gekommen sein, um seinen unvermeidlichen qualvollen Gifttod mitanzusehen.

Johnson überlebte und so begann die Tomate in Amerika ihren Siegeszug beim gemeinen Volk der neuen Welt. Wie wir alle wissen, endete der später direkt zwischen den Knautschbrötchenteilen der Hamburgerketten.

Während das amerikanische Volk sich noch vor der Giftigkeit der Tomate fürchtete, war ihr Präsident Thomas Jefferson übrigens schon viel früher auf den Geschmack gekommen. Es heißt, er habe bereits 1782 auf seinem Anwesen die Tomate angebaut und mit Begeisterung verspeist.

 

Ach ja, und dann muss ich sicherheitshalber noch darauf hinweisen, dass ich in diesem Artikel keinerlei therapeutische oder medizinische Empfehlungen abgegeben habe. Bitte bei körperlichen Gebrechen aller Art unbedingt den Rat des Arztes, der Apotheke oder des Hausgurus einholen. Es ist nicht sinnvoll, kiloweise Tomaten zu essen in der Hoffnung, seine körperlichen Beschwerden zu heilen. Eine Ernährungsumstellung von Fastfood auf Gemüse kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben, die sich mit bestimmten Medikamenten nicht verträgt. Ebenso kann der Verzehr von naturbelassenem Gemüse und ebensolchen Früchten zu allergischen Reaktionen führen. Das wollte ich noch einmal ausdrücklich betonen – nicht, dass es zu Missverständnissen kommt.

 

In diesem Sinne … achte gut auf Dich. :)

 

Autor: Gabriele Nehls
Quellen Bilder: www.pixabay.com,CC0 1.0 Universell (CC0 1.0)
Tomate am Strauch: tappancs
Tomatenberg: vhesse
Granatapfel: Loggawiggla

Tomatenketchup: Gabriele Nehls

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