Panieren ohne Ei: Gebackene Löwenzahnblüten

Jetzt blüht der Löwenzahn und das ist für uns immer ein Fest. Denn dann gibt es bei uns – so oft wir einen schönen Platz zum Sammeln finden – ein tolles Essen: Gebackene Löwenzahnblüten. Dieses Rezept ergänzt den Artikel “15 geniale Zutaten, mit denen Du Eier ersetzen kannst” , denn die Panade haben wir OHNE Eier gemacht.

Die Idee ist einfach: STATT Schnitzel oder Champignons panieren wir die Blüten vom Löwenzahn. Wir sammeln normalerweise im Wald, in unserem Garten – oder auf dem Schulhof.

Dort ist eigentlich der perfekte Platz. Auf dem Schulhof gibt es eine Menge Ecken, in denen vollkommen unbemerkt Wildkräuter wachsen. Es wird dort nicht gespritzt, es sind keine Hunde unterwegs und Autos kommen auf nicht hin. Was will man mehr?

dandelion-321759_1280_aranha_pixaEin unerwarteter Sammelplatz

Auch dieses Mal waren wir wieder auf dem Schulhof unterwegs, um Löwenzahnblüten zu sammeln. Plötzlich stand der Hausmeister vor uns. Ups … Klar kam die Frage, was wir denn da machen. Die Antwort lies ihn laut lachen und dann meinte er: “Da weiß ich dann noch einen besseren Platz für Sie.” Mit diesen Worten drehte er sich um, um bedeutete uns, ihm zu folgen. Meiner Tochter schlotterten die Knie, weil der Hausmeister normalerweise ein eher grimmiger Geselle ist. Naja, was soll ich sagen … er führte uns ins Löwenzahnblüten-Paradies. Auf geheimen Wegen gelangten wir auf das Flachdach der Schule, wo uns ein Meer aus gelben Blüten begrüßte – unbehelligt von Spritzmitteln, Autos oder Hundepipi. Fantastisch! Wir konnten aus dem Vollen schöpfen. Danke, Herr Hausmeister. 🙂

Die gebackenen Löwenzahnblüten sind mit Salat und einer Dip-Soße ein vollständiges Abendessen, bei dem alle satt und zufrieden vom Tisch aufstehen.

Rezept: Gebackene Löwenzahnblüten mit Zitronenöl-Dip

Du brauchst …

… für den Löwenzahn:

Pro Person etwa eineinhalb bis zwei Handvoll schöne, große Löwenzahnblüten (auch die Knospen schmecken super)
Salz
Mehl
Sojamehl oder Kichererbsenmehl
Semmelbrösel
Salz Pfeffer

DSCF3616Salat nach Wahl

Öl zum Braten

… für den Dip:
Olivenöl
Zitrone
Petersilie
Liebstöckel
Eine Prise Zucker
Salz und Pfeffer

Und so wird es gemacht

– Pflücke den Löwenzahn an einer Stelle, von der du weißt, dass die Pflanzen nicht belastet sind. Die Blüten pflückst du direkt am Kelch ab, sodass kein Stiel mehr an den Blüten ist.

– Blütenköpfchen putzen und ein bisschen liegen lassen, damit alle Tierchen die Flucht ergreifen können.

– Dann wasche die Blüten und lege sie etwa eine Stunde in Salzwasser. Da der Löwenzahn leicht bitter schmecken kann, mach ich das immer so. Ansonsten streikt meine Tochter. Das Salzwasser mildert die Bitterstoffe und der frische nussige Geschmack des Löwenzahns tritt in den Vordergrund. Wenn Du den bitteren Geschmack magst, dann kannst Du diesen Arbeitsschritt getrost auslassen. Die Bitterstoffe sind nicht giftig – im Gegenteil. Sie schmeicheln unserer Galle und freuen die Leber. 😉

Nach dem Wässern spüle den Löwenzahn noch einmal mit klarem Wasser gründlich durch. Dann richte, wie beim altbekannten Panieren, die drei Teller her. In den einen kommt normales Mehl, in den zweiten Soja- oder Kichererbsenmehl mit dem Wasser vermischt und in das dritte Schälchen kommen die Semmelbrösel. Ich hab es auch schon probiert, das normale Mehl ganz wegzulassen und nur mit der Bindemehlpampe zu panieren. Ich fand, es war dann nicht knusprig genug.

Mit dem Sojamehl kannst du die Eier ersetzen. Faustregel: Ein Esslöffel Sojamehl mit zwei Esslöffel Wasser mischen, das ersetzt ein mittelgroßes Ei. In diesem Fall habe ich allerdings die Menge an Wasser erhöht, da das normale Mehl auch noch pappt. Also beim Panieren 4 Löffel Wasser auf einen Löffel Sojamehl. Die Mischung ist perfekt, wenn sie etwas flüssiger ist, als ein Pfannkuchenteig.

Beim Panieren fungieren die Eier als Bindemittel, deshalb funktionieren alle Stärkemehle und man schmeckt überhaupt keinen Unterschied. Ich würze die Sojamehl-Wassermischung immer gleich mit reichlich Salz und Pfeffer, damit die Panade Geschmack hat.
Die Semmelbrösel machen wir immer selbst. Das ist nicht viel Aufwand und schmeckt besser. Altes Brot wird eh trocken. Wenn es hart ist, hau ich es kurz in den Mixer … fertig. Das hat drei Vorteile: erstens weiß ich, welches Brot drin ist, zweitens ist es günstiger, drittens werden die Lebensmittel besser verwertet.

– Gib das Öl in die Pfanne und heiz schon mal an.

– Nun darf es schnell gehen. Gib die nassen Löwenzahnblüten nacheinander in jedes Schälchen und wälze sie gründlich darin – erst im Mehl, dann in der Bindemasse und dann in den Bröseln.

– Wenn sie richtig gewälzt sind, kommen sie in das heiße Öl und werden goldbraun herausgebacken. Und dabei darfst Du Dir nun ruhig Zeit lassen. Warte den Moment ab, bis sie richtig knusprig sind. Dann sind sie am besten.
Zugegeben, das Panieren ist eine Batzerei, aber sobald die Blüten in der Pfanne sind, ist es ganz easy.

– Jetzt ist es an der Zeit, den Salat und den Dip herzurichten.

– Für die Marinade rührst Du Olivenöl, Petersilie, Zitrone, Salz und Pfeffer kräftig zusammen. Dann gibst Du noch eine winzige Prise Süß dazu. Fertig. Die Marinade kannst Du später entweder direkt über die Löwenzahnköpfchen träufeln oder sie hineintunken.

– Den Salat mache ich entweder mit einem ganz normalen Dressing oder mit einem guten Olivenöl und Zitronensaft an.

Wissenswertes zu Löwenzahn: Der gelbe Löwe ist ein Gallenschmeichler

Der Löwenzahn ist sehr gesund und hilft gerade im Frühling beim Entgiften. Er ist ein Überlebenskünstler, zwängt sich selbst durch die engste Betonritze. Vielleicht heißt es auch deshalb seit alters her, dass er Lebenskraft spendet. Er wirkt harntreibend und laut Überlieferung rückt der Saft seiner Stengel fiesen Warzen sehr wirksam zu Leibe. Als Lebensmittel genossen, ist seine Wirkung freilich eher sanft, unterstützend und vorbeugend. Ansonsten werden aus ihm Tinkturen oder Öle, Umschläge oder Tees zubereitet. Die wirken dann deutlich stärker. Aber immer daran denken: Die Dosis macht das Gift. Zu viel ist auch vom Löwenzahn nicht gut.

Wir hatten auf jeden Fall ein wunderbares Abendessen. Das Foto ist nicht wirklich perfekt, dafür ist es mega authentisch. 😉 Ich hatte nämlich ein paar hungrige Esser im Rücken, die endlich anfangen wollten. Deshalb musste es schnell gehen.

In diesem Sinne …

… viel Spaß beim Nachkochen und guten Appetit. 🙂

Autor: Gabriele Nehls
Bilder: www.pixabay.com, Löwenzahn:aranha

Ein Kommentar

  1. das hört sich echt lecker an… danke gabi…

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