Ausprobiert: Spülmittel ganz leicht selbst gemacht

Spülmittel ist ein Produkt, das ich schon seit einigen Monaten nicht mehr im Supermarkt kaufe. Mein Geschirr ist trotzdem noch sauber, denn ich mache unser Spülmittel selbst. Spülmittel selbst gemacht? Geht schnell und funktioniert wunderbar.

 

everyday-life-194218_1920_Estellina_pixa_SpülmittelAuch hier … es war keine Entscheidung von jetzt auf gleich. Ich hab mich zu Beginn durch einige der vielen Anleitungen im Internet probieren müssen. Alle haben bedingt funktioniert, mich aber nicht wirklich zufriedengestellt. Inzwischen allerdings habe ich eine Rezeptur in der passenden Dosierung gefunden, die in meinem Alltag passt. Hier ist sie …

Selbst gemachtes Spülmittel

Du brauchst für einen halben Liter Spülmittel:

  • eine alte Flasche: Ich verwende zwei alte Spülmittelflaschen und fülle die Mischung darin ab.
  • 500 ml gut warmes Wasser
  • 50 – 100 g Pflanzenseife
  • 2 Teelöffel Natron
  • 1 Esslöffel Waschsoda
  • eventuell ätherische Öle

Viele Rezepte geben an, man müsse das Wasser kochen. Ich mach es mir einfacher. Ich nehme einfach heißes Wasser aus dem Wasserhahn, mische Soda und Natron mit hinein. Die Aleppo-Seife raspel ich mit einer Reibe und gebe sie dazu. Aber ehrlich gesagt – ich halte  mich nicht stringent an diese Mengenangaben. Mal geb ich mehr Seife dazu mal weniger. Ich mache das im Prinzip frei Schnauze – funktioniert trotzdem. Dann noch ein paar Tropfen reines ätherisches Öl hinein … durchrühren, abfüllen, fertig. Ach ne, halt – gut durchschütteln, damit sich die Seife gut auflöst, sonst verstopft sie die Öffnung.

 

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Was ist da drin?

Dieses Spülmittel säubert gut und die Inhaltsstoffe sind abbaubar. Natron und Soda sind ja Allround-Talente, die basisch wirken, deshalb auch die fettlösende Wirkung. Die Pflanzenseife, die ich verwende ist hauptsächlich  aus Olivenöl. Ich finde den Geruch gewöhnungsbedürftig und sie schäumt wenig, aber dafür ist sie ohne Palmöl und ohne Tenside. Außerdem ist sie zu 100 Prozent abbaubar. Normale Flüssigseife oder andere Kernseife könnte man auch nehmen, aber WENN ich das Spüli schon selber mache, dann mag ich weder geschredderte Tiere drin haben noch Palmöl, und auch kein Glyzerin oder diverse andere Substanzen. Und der Geruch wird durch die ätherischen Öle so gut neutralisiert, dass er für mich nicht ins Gewicht fällt. Die ätherischen Öle sind gute Stimmungsaufheller – und ich variiere sie je nach Lust und Laune. Da kannst Du also kreativ sein – oder nehmen, was Du gerade da hast. 🙂

Achtung, Spülen geht damit anders

In Bezug aufs Abspülen durfte ich mich anfangs ein wenig umgewöhnen. Hab ich bislang immer möglichst sparsam Spülmittel aufgetragen, darf man von diesem hier ruhig großzügig verwenden. Außerdem braucht es ein bisschen Zeit, um zu wirken – vor allem bei fettigen Pfannen. Die Zeit geb ich ihm gerne. Nach dem Braten geb ich soviel von der Mischung auf den Pfannenboden (ohne Wasser), dass er knapp bedeckt ist, schwenke ein bisschen hin und her und dann geh ich erst einmal essen. Später löse ich den Dreck mit einem Lappen an und spüle mit Wasser nach. Eventuell wische ich noch einmal mit einen Spritzer Spülmittel auf dem Lappen nach, wenn noch ein Fettfilm zurückgeblieben ist. Gut mit warmem Wasser nachspülen, auch die Hände. 🙂 Das Waschsoda trocknet die Haut aus, weil es extrem basisch ist. Deshalb mag ich es nicht zu lange auf meinen Händen haben. Dennoch vertrage ich es wesentlich besser, als die herkömmlichen Seifenprodukte. Da ist die Haut an meinen Händen sofort aufgerissen – und ich sah aus wie ein Bauarbeiter. 😉

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Tipp

Natron pur ist übrigens auch für Härtefälle legendär. Angebrannte Flächen mit Natronpulver bedecken, anfeuchten – und ihm Zeit geben. Das Natron löst die angebrannten Überreste ab, selbst wenn Schrubben nix geholfen hat. Nach einiger Zeit kann man sie vergleichsweise leicht abwischen.

 

Fazit

Insgesamt bin ich mit diesem anSTATTdessen sehr zufrieden. Es geht schnell – sowohl in der Herstellung und nach einiger Gewöhnung auch in der Anwendung. Es tut, was es soll. Und es ist umweltfreundlich. Kein Tier ist dafür gestorben und durch die ätherischen Öle kann ich sogar den Duft variieren. Jetzt in der Winterzeit liebe ich die Kombination aus Orange, Zitrone, Zimt und Geranium. Zudem ist der Preis für diese Mischung unschlagbar.

Jetzt wünsch ich Dir viel Spaß beim Ausprobieren. 🙂 Und ich freu mich natürlich über weitere Ideen oder Verbesserungen von Deiner Seite.

Wenn Dir der Artikel gefallen hat, freue ich mich, wenn Du ihn teilst und weiterverbreitest.

Bitte achte auf Dich!

P.S. Da ich immer wieder Anfragen bekomme, wo man die Zutaten bekommen kann, setze ich ab sofort immer die Links für den Onlineeinkauf unter den Artikel.

Das sind übrigens Affiliate-Links. Wenn ihr über diese Links kauft, dann bekomme ich ein paar Cent Provision. Fände ich gar nicht so schlecht. 😉

 

Bezugsquellen für die Zutaten

Falls Du Tipps für die Zutaten brauchst, hier sind ein paar Vorschläge. Die Produkte gibt es aber auch in jedem Bioladen oder in anderen Onlineshops:

 

 

 

Autorin: Gabriele Nehls
Bildquellen: www.pixabay.com, cc

 

 

 

9 Kommentare

  1. Das Rezept hört sich klasse an. Ich probiere es auf heden Fall bald aus.
    Ich habe noch zwei kleine Fragen:
    1. Wie lang hält diese Menge so bei dir?
    2. Wie lang ist die Mischung bzw. Kann sie schlecht werden?
    Lg Anne

    • Ich meinte wie lange hält die Mischung. ..

    • Gabriele Nehls

      Hi Anne,

      also bei mir ist sie noch nicht schlecht geworden. 500 ml sind ja auch nur ein halber Liter – und der ist in zwei bis drei Wochen vewrbraucht, je nachdem wie viel man halt auch damit spült. Aber ich mach inzwischen eigentlich immer einen ganzen Liter – quasi auf Vorrat, weil ich den Aufwand geringer halten will. Eine der Flaschen hatte ich mal vergessen und nach etwa zwei Monaten wieder entdeckt. Auch diese Mischung war noch wirksam – nix gekippt, nix kaputt gegangen. Lediglich die Duftöle haben nichtmehr ganz so intensiv gerochen. Aber das war mit ein paar Tropfen Öl wieder ok. 🙂

      LG Gabriele

  2. Vielen Dank für diese Anregung!
    Versuche seit einiger Zeit, den Plastikmüll nach und nach zu reduzieren und da fallen natürlich auch Verpackungen für Spüli, Waschmittel u.ä. darunter. Noch habe ich kein Rezept ausprobiert, aber das hier hört sich super an. Allerdings habe ich überlegt, diverse Seifen, die sich hier angesammelt haben (Mitbringsel, Hotelseifen,…) dafür sinnvoll zu verwerten. Leider kenne ich, da sie größtenteils lose sind, deren Zusammensetzung nicht… könnte das trotzdem funktionieren oder gibt es Inhaltsstoffe, die die selbstgemachte Mischung definitiv nicht „verträgt“?
    Vielen Dank für jede Antwort dazu!
    Herzliche Grüße,
    Simone

    • Gabriele Nehls

      Hallo Simone, gerne. Ich verwende das Spüli nach wie vor – und es funtkioniert super bei uns.

      Hm, nein ich glaube nicht, dass es Inhaltsstoffe gibt, die die Wirkung beeinträchtigen. Ich würde es an Deiner Stelle einfach ausprobieren. Passieren kann nichts, außer vielleicht, dass Du es nicht funktioniert. Die Aleppo-Seife hab ich vor allem deshalb verwendet, weil sie pflanzlich ist, und weil sie mir von allen Alternativen am freundlichsten erschien. Was Du berücksichtigen darfst ist, dass Aleppo im Vergleich eher schüchtern schäumt. Du könntest auch Kernseife verwenden, das geht auch wunderbar. Da gibt es dann zwei Varianten – eine mit und eine ohne Tier. Die herkömmlichen Seifen sind fast alle mit Tier, außer die ausgewiesenen Pflanzenseifen.

      Ich wünsch DIr viel Erfolg. 🙂
      LG Gabriele

      Allerdings hast Du dann halt diese komischen Tenside auf jeden Fall mit drin.

      • Vielen Dank für die schnelle Rückmeldung!
        Dann teste ich das einfach mal… Hätte ich gar nichts da, hätte ich auch eine gute pflanzliche Seife genommen, aber ich möchte bewusst die eh schon vorhandene sinnvoll verwenden. Wenn es für mich funktioniert, werde ich das dauerhaft und dann mit besseren Produkten weitermachen. Vielen Dank und Dir weiterhin viel Erfolg mit der tollen Seite!
        Herzliche Grüße, Simone

  3. Nur kurz zu Fett und Bratpfanne: Fett sollte möglichst nicht in den Abfluss gelangen, wusst ich auch lange nicht, aber dann musst ich mir das Ergebnis mal angucken *brrr*. Ich wisch seither Pfannen noch warm mit Küchenpapier komplett aus und spül sie nur noch in Härtefällen nach Auswischen (dann nur mit heißem Wasser, das möglichst direkt mit in den Abfluss geht). Ansonsten müsste man nämlich eigentlich 1 x pro Woche mindestens 1-2 l kochendes Wasser durch den Abfluß jagen …

  4. ich finde einfach großartig und freue mich wenn man keine chemie
    verwenden soll !!! unbedingt wird gemacht!

    vielen dank dafür!
    lg.elisabeth

    • Freut mich 🙂 Es gibt ja ganz viele solcher kleinen Chemie-Vermeider. Ich komm mit dem Schreiben gar ned hinterher. 😉

      Viel Spaß beim Experimentieren. LG Gabriele

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